Am Morgen danach sahen wir uns an, in unseren Gesichtern die Überraschung und die Versammnis, den Untergang überlebt zu haben, und dann Frühstück machen, sich an den Tisch setzen, das ganze Elend teilen, dieses kleine Wir, das wir noch waren.
Am Morgen danach sahen wir uns an, in unseren Gesichtern die Überraschung und die Versammnis, den Untergang überlebt zu haben, und dann Frühstück machen, sich an den Tisch setzen, das ganze Elend teilen, dieses kleine Wir, das wir noch waren.
Andrej Kurkow auf der #lbm12 - leider hat er seinen Pinguin nicht dabei. (Wurde mit instagram aufgenommen)
Es gibt kein Glück in der Liebe,
außer am Ende eines englischen Romans.
Der war im Herbst vor einem Jahr in Viktors Leben aufgetaucht, als der Zoo hungrige Tiere an alle Leute verschenkte, die in der Lage waren, sie zu füttern. Viktor holte sich damals einen Königspinguin. Eine Woche vorher hatte ihn seine Freundin verlassen. Er hatte sich einsam gefühlt. Aber der Pinguin Mischa brachte deine eigene Einsamkeit mit, jetzt ergänzten sich die beiden Einsamkeiten, was eher den Eindruck einer gegenseitigen Abhängigkeit als den einer Freundschaft erweckte.
(Quelle: lady-lover, via facella)

(photo by Neige J.)
(via facella)
(via facella)
<Er war der Meinung, einer Nation, der jemals die Freude zuteil geworden war, eine Königsfamilie anzubeten, könne man sie nie wieder rauben, ohne daß diese Nation dahinwelke und am Trübsinn einginge. Ich erklärte mit Nachdruck, Könige seien etwas Gefährliches. Er sagte, man solle stattdessen Katzen nehmen.>
Eine heitere Zeitreisengeschichte. Ein Mann aus Mark Twains 19. Jahrhundert reist in König Artus’ 6. Jahrhundert, sticht Merlin aus, bringt den Briten den Fortschritt und zerbricht an der Hartnäckigkeit, mit der Artus’ Bürger an ihren Überzeugungen zu Ungleichheit und Sklaverei festhalten.
Es ist Twain. Es ist Satire.
Er kämpft für seine Überzeugungen von Freiheit und Gerechtigkeit, in dem er eine verklärte Mittelalterwelt ins Lächerliche zieht: dem romantisierenden Blick von Walter Scotts “Ivanhoe” einen ironischen entgegen setzt. Es ist amüsant, wie sich der von allen nur “Boss” genannte Protagonist dank Sonnenfinsternis dem Scheiterhaufen entzieht und dank Feuerwerk über Merlin triumphiert.
Der Boss schafft das Rittertum zugunsten von Baseball ab und nimmt den König verkleidet mit auf Wanderschaft, um ihm die wahre Welt zu zeigen. Und er macht das auf eine plaudernd lakonische Art. Nichts scheint der Boss so richtig ernst zu nehmen. Alles passiert so nebenbei. Seine Versklavung ebenso wie seine Verliebtheit. Doch von Twains Zeitreisenfantasie bleibt letztlich doch nur wieder die Katastophe, die totale Zerstörung.
Twains Werk wäre noch kurzweiliger, wenn er seine Botschaft vom rückschrittlichen Mittelalter nicht gar so holzhammermäßig unter die Leser gebracht hätte. Mark Twain holt auf den knapp 400 Seiten aber nicht nur gegen den Feudalismus aus, auch für die Deutschen hat er Spott übrig.
<Jedesmal, wenn der literaturkundige Deutsche in einen Satz taucht, bekommt man ihn nicht wieder zu sehen, bis er auf der anderen Seite seines Atlantischen Ozeans mit dem Verb zwischen den Zähnen wieder auftaucht.>
Für alle, die mehr von Twain kennen wollen, als seinen Tom Sawyer - und die dafür auch verzeihen können, dass Merlin ein Arsch und Artus ein Trottel ist. Beim Lesen unbedingt schiefes Lächeln und Ironiefilter bereit legen.
Liest sich, wie das hier klingt: http://www.youtube.com/watch?v=CmK08xwlK0g
It’s the tale,
not the one who tells it.